Der Lares Trek - "Stiefkind" jeder Peru-Reise?

Unsere Kollegin Nicole berichtet

Auch ich hatte das Pech, dass der wohl beliebteste Wanderweg der Welt, der Inca Trail, zum Buchungszeitpunkt der Reise Peru Panaroma bereits ausgebucht war. Ein wenig enttäuscht war ich ja schon als ich feststellte, dass ich einen alternativen Trek laufen würde. Aber aller Missmut war im Endeffekt umsonst, denn was ich dann auf dem Lares Trek alles gesehen habe und wie eindrucksvoll und mystisch sich mir der Machu Picchu in den Morgenstunden präsentierte, entschädigt für alles.

Der Anfang

Einen Tag vor Beginn der Wanderung wurden wir im Hotel in die entsprechenden Gruppen eingeteilt und vom jeweiligen Local Guide "gebrieft". Das Briefing dauerte etwa eine Stunde, jeder konnte seine Fragen stellen, die Wanderung wurde Tag für Tag besprochen und wir erhielten unseren sogenannten duffle bag, eine kleine Stofftasche, die wir mit Dingen wie Schlafsack, Isomatte, Wechselsachen und so weiter bis maximal sieben Kilo befüllen konnten. Weitere Dinge wie Fotoapparat, Wasserflasche, Regensachen, zusätzlicher Proviant und Fleecepulli mussten im Tagesrucksack Platz finden. Als das Gespräch dann gerade beendet war, liefen alle hektisch in ihre Zimmer und packten Taschen.

Peru

Man bekam schon das Gefühl, dass alle etwas nervös waren. Klar, denn die Wanderung startet bereits in einer Höhe von 2.800m. Selbst wenn man in Deutschland konditionell fit ist, hier gelten wieder ganz andere Regeln. Auch ich mache regelmäßig Sport und fühlte mich fit. Einen Vorgeschmack auf die Höhe haben wir allerdings in La Paz bekommen, welches auf etwa 3.400m liegt. Alle haben bei der kleinsten Erhebung geschnauft und nach Luft gerungen. Auch im Ruhezustand hatte ich das Gefühl, nicht ausreichend Sauerstoff zu bekommen. Ein bisschen nervös war ich also auch als ich hörte, dass wir einen Pass von 4.600m überqueren müssen, komme was wolle. Oh je!

Tag 1

Vor Tourbeginn musste wir noch ein Stück mit dem Auto fahren. Unsere Crew war zum Teil bereits mit an Bord. Erster Stopp: ein lokaler Markt, um ein paar Geschenke für die Kinder und Coca-Blätter für die Männer zu kaufen. Nach weiteren 1,5 Stunden erreichten wir dann unser Ziel.

Die Wanderung begann an den heißen Quellen in Lares. Wer wollte, konnte hier noch ein Bad nehmen, bevor es mit der Wanderung losging. Zu Beginn hat unser Guide noch einiges über Kultur und Geschichte der Inka erzählt. Doch dann konnte es losgehen. Er ist ein langsames Tempo angegangen, damit wir uns an die Höhe gewöhnen konnten. Nach den ersten 500 Metern fühlte ich mich bereits so ausgepowert, als wäre ich eben eine halbe Stunde gejoggt. Außerdem war es doch noch relativ warm im April.

Der fast wolkenlose Himmel verlangte nach einer starken Sonnencreme und wie das immer so ist, hatte ich natürlich nur eine mit Lichtschutzfaktor 20 dabei. Ach, dachte ich mir beim Tasche packen, ich brauch doch in Deutschland auch keine Sonnencreme. Zum Glück hatten meine Gefährten eine mit Lichtschutzfaktor 50 dabei, sonst hätte ich mich richtig verbrannt.

Peru

Zum Teil wanderten wir querfeldein und nicht wie sonst, auf einem vorgegebenen Wanderweg. Hier und da standen Lamas und Alpacas auf den Wiesen, es gab sogar frei umher laufende Schweine. Als wir unser "Mittagscamp" erreichten, war das große Küchenzelt bereits aufgebaut und die Crew kochte, begleitet von lauter Musik. Für uns hieß es also nur noch ankommen, Hände waschen und an den gedeckten Tisch setzen. Jeden Tag wurde ein frisch gekochtes 3-Gänge-Menü aufgefahren, bestehend aus Suppe, Haupt- und Nachspeise.

Nach einer kurzen Verschnaufpause für Körper und Seele ging es wieder los. Der erste Tag war nicht der anstrengendste von allen, da wir nicht so viele Höhenmeter überwinden mussten. Ich bin abends trotzdem völlig kaputt in mein Zelt gefallen und direkt eingeschlafen. Wäre die Nacht nicht so kalt gewesen, dann hätte ich sicherlich auch gut durchgeschlafen.

Zu Teil 2

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