Der Lares Trek - "Stiefkind" jeder Peru-Reise? - Teil 3

Tag 3

Peru

Die Passüberquerung steckte uns noch in den müden Knochen und so langsam reichte es mir auch mit Camping und dürftigem Zähneputzen im Dunkeln. Schon diesen Abend schliefen wir wieder in einem normalen Bett und genossen die heiße Dusche.

Am Morgen liefen wir noch mit einem Fleecepulli bekleidet los. Nach und nach verließen wir jedoch die kälteren Höhenlagen, es wurde allmählich wieder wärmer und grüner. Hier und da sah man Kolibris umher schwirren, die Blumen blühen in rot, blau und gelb und es duftete nach saftigem grünen Gras. Ein Hund der Andenfamilie entschied sich, uns bis ins Tal zu begleiten, immer in der Hoffnung, noch den ein oder anderen Happen von unserem Pausensnack zu ergattern. Dazu zählten Bonbons, Bananen, Fitnessriegel oder Sandwiches und Getränke.

Das Mittagessen mussten wir uns allerdings erst verdienen. Die letzte Hürde bestand darin, einen Fluss über wackelige Steine zu überqueren. Bei Pierre, unserem kanadischen Gefährten war es einmal doch recht knapp. Er hat das Gewicht seines Rucksackes falsch eingeschätzt, fiel nach hinten, wurde glücklicherweise von einem Strauch abgefangen, der ihn wieder nach vorne katapultierte. Das sah echt so witzig aus und wir haben noch die restlichen gemeinsamen Tage darüber gelacht. Nach dem letzten Mittagessen verabschiedeten wir uns von unserer netten Crew und fuhren mit dem Bus zurück nach Ollantaytambo. Dort stiegen wir in den Zug nach Agues Calientes. Die vorbeiziehende Landschaft bestand aus einem reißenden Fluss, alten Inka-Stätten und kleinen Dörfern. Klar, auch hier wurde der Fotoapparat wieder nach jeder Kurve gezückt.

Peru

Eine heiße Dusche sowie ein Essen mit Pisco Sour, Alpaca-Steak und abschließendem Bier später, gingen wir alle ins wohlverdiente weiche Bett. 04:30 Uhr klingelte dann der Wecker, denn wir wollten die ersten am Bus zum Machu Picchu sein. Gegen 5 Uhr ordneten wir uns, mehr müde als wach, brav in die Schlange ein. Ich konnte es kaum noch erwarten. Endlich würde ich den Machu Picchu mit eigenen Augen sehen. Nach der halbstündigen Fahrt rannten wir schon fast zum Kontrolltor. Schnell den Pass vorzeigen und dann nichts wie die Treppen rauf. Mein Körper war nun vollends an die Höhe gewöhnt und ich fühlte mich großartig. Im Laufschritt flogen wir nur so die Treppen hinauf. Und dann, endlich, freie Sicht auf den Machu Picchu. Viel Zeit blieb uns allerdings nicht. Denn mein kanadischer Freund Doug und ich hatten uns vorgenommen, unsere Freunde, die den Inca Trail gelaufen sind, oben am Sonnentor zu überraschen. Gegen 8 Uhr sollten sie dort eintreffen. Also ging es wieder im Laufschritt die Inca-Treppen hoch. Völlig geschafft kamen wir pünktlich oben an. Anschließend folgte die zweistündige Führung.

Am Ende kann ich nur sagen, dass die Wanderung auf dem Lares Trek unglaublich war. Ich fühlte mich jeder Zeit gut betreut und sicher. Auch wenn dies nicht der traditionelle Weg zum Machu Picchu war, so war es doch eine Erfahrung mit vielen unvergesslichen Eindrücken. Worauf wartest Du noch? Pack deinen Rucksack und dann nichts wie hin zum "alten Berg".